Assistenzhundehalterschule "el reto"

Team Samuela 6.8.2019 Ich bin stinksauer!  Sam und ich waren unterwegs... mit der Therapiegruppe im Tierpark. Scheinbar war auch eine Gruppe Eltern mit geistig behinderten Kindern unterwegs und blöderweise ziemmich genau gleichzeitig. Das eine Kind kann sich nicht beherrschen, wirft sich nach vorne und grapscht nach dem Hintern meines Hundes. Ich hatte es im Auge und lenke seine Hand mit meinem Arm ab. Ich habe das Kind nicht festgehalten, ich habe es nicht geschupst, ich habe einfach nur die "Flugbahn" seiner Hand mit meinem Unterarm umgelenkt. Mutter: "hahaha ups. Den Hund darfst du nicht anfassen" Ein paar Meter weiter (im Zoo/Tierpark) bleibt man ja auch mal stehen. Dasselbe Spiel in grün, gleiches Kind, gleiche Mutter die nicht schaut. Mein Hund HINTER mir, da ich schon mit sowas gerechnet habe. 20m Weiter wieder exakt dasselbe mit den gleichen Personen. Wieder ca. 20m weiter noch einmal dasselbe. Diesmal reagiert die Mutter. Aber nicht etwa auf ihr Kind, nein. Säuerlich richtet sie sich an mich: "Der Hund würde ihm bestimmt nichts tun auch wenn er noch in der Ausbildung ist. Wissens sie, ich kenne mich mit Hunden aus." Von mir ein ziemlich dummer, fragender Blick. Mutter: "Sie haben nämlich nicht ein fremdes Kind anzufassen!" Da wurde ich dann sauer. Ja, das Kind kann nichts dafür das es geistig behindert ist, aber die Mutter, dass sie nicht darauf achtet, das sie ihr Kind festhält wenn sie an einem Hund vorbei läuft. Wir waren IMMER am Rand und ich stand VOR Sam damit sie abgeschirmt ist. Sauer wie ich war bemerkte ich spitz:"ich führe meinen Hund an der Leine damit er nicht zu jedem hin rennt!"  Ich bin so so so stinksauer wie ignorant manche Menschen sind und einfach keinen Respekt vor NICHTS haben. Ihnen gehört die Welt und sie können tun und lassen was sie wollen!

Team Zilly 05.06.2019 Wenn eine Trainingsstunde aus den Fugen gerät… Einkaufen zu gehen ist für mich eine grosse Herausforderung. Einkaufen in einem Grossverteiler mit inkompetentem, ungeschultem Personal eine Qual und unnötige Triggersituation.  Ich weiss, dass mir mit Zilly als meiner Assistenzhündin viele ungeahnte Herausforderungen begegnen. Ich weiss, dass Zilly für viele Menschen ein süsser Hund ist, den sie gerne streicheln möchten. Ich weiss, ich sehe nicht handicapiert aus. Nichts an mir deutet darauf hin, dass ich auf einen Assistenzhund angewiesen bin. Wenn man mir begegnet, so käme niemand auf den Gedanken, dass ich mit einer K-PTBS, Sozialphobie und Agoraphobie lebe. Wenn Zilly und ich offensichtlich beobachtet werden, bemerkt niemand, dass ich innerlich schier durchdrehe und ich mich absolut wehrlos und vor allem bedroht fühle. Ich am liebsten flüchten möchte. Wenn ich mich dann aber dazu überwinde, nach einem langen innerlichen Kampf, die mich anstarrende Person darauf hinzuweisen, dass sie mich bitte nicht anstarren soll, ist das keine Bitte mehr, sondern eine Notwendigkeit, um mich vor einer dissoziativen Starre zu schützen. Wenn ich also an der Selbst-Bezahl-Kasse meinen Einkauf einscanne, und meine Bitte mit „es ist mein Job Sie anzustarren, stellen Sie sich nicht so an“ abgetan wird, habe ich einen Nervenzusammenbruch vom feinsten. Immer. Jedes einzelne Mal. Wenn das ganze dann noch getopt wird, indem man von Zilly einfordert, dass sie sich bitte beruhigen soll, nachdem sie die für mich so triggernde Person angebellt hat, dann löst das bei mir ein Erstarren-Kampf-Flucht Programm aus. Das ich weder steuern noch beeinflussen kann. Und ein Symptom meiner Erkrankung ist. Also habe ich heute in besagtem Grossverteiler zuerst eine Lähmung der Beine und verkrampfen des Oberkörpers erlebt. Anschliessend sind mir die Beine weggeknickt (ich sitze nun an der Kasse auf dem Boden), meine Fähigkeit logisch zu denken schaltet sich aus. Ich kann weder vor noch zurück. Bin gefangen in meinem Körper auf dem Boden. Zilly bellt die betreffende, ungeschulte und sehr unfreundliche Person an. Und da es in mir, wie ich jetzt gelernt habe, so massiv viel Wut auslöst, wenn Zilly angefeindet wird, habe (wurde) ich in den Kampf-Modus umgeschaltet. Schreie in einem vollen, grossen Lebensmittelgeschäft die betreffende Person mit „Arschloch“ an und weil uns darauf (verständlicherweise), die gesamten Menschen beobachten, geht nur noch Flucht. Ich renne davon. Mit Zilly, meiner treuen Seele im Schlepptau. Ohne Ziel, ohne Kontrolle über den Körper, ohne Möglichkeit, diese Situation irgendwie noch zu steuern. Ich bin all dem einfach ausgeliefert. Laut schluchzend renne ich also an allen Kassen vorbei, aus dem Geschäft hinaus und weiter, bis ich schluchzend an einer Wand zusammenbreche. Und warum das Ganze? Weil eine inkompetente Mitarbeiterin an der Kasse steht, mich anstarrt und nach der Bitte aufzuhören, mich dumm anmacht. Danke du sch*** A***. Ich muss mich jetzt irgendwie wieder sammeln, irgendwie Energie zurückgewinnen, von der ich eh schon zu wenig habe. Ich muss jetzt mit dadurch ausgelösten Schmerzattacken klarkommen. Ich muss mich mit den Scham-und Schuldgefühlen, die Kontrolle verloren zu haben auseinandersetzen. Ich muss damit leben, als handicapierte Person kein Mitglied dieser Gesellschaft zu sein. Damit leben, dass die Integration handicapierter Mitmenschen eben doch nur ein schönes Wort ist, ohne Bedeutung und vor allem ohne Taten. Also ja, ich bin gerade wieder einmal sehr wütend, enttäuscht und unendlich erschöpft. Weil ich um etwas kämpfen muss, was für einen Grossteil unserer Bevölkerung einfach normal ist. Etwas ist, worüber sie sich nicht einmal Gedanken machen müssen. Und das tut weh und macht müde. Was ich gelernt habe? Zilly ist die beste Assistenzhündin, die ich mir wünschen kann. Sie hat mich beruhigt, sie hat „den Feind“ vertrieben (das darf sie später natürlich nicht mehr, aber wir sind ja noch im Training), sie hat mich getröstet, sie war einfach an meiner Seite. Und sie hat schon im Voraus angezeigt, dass ich am Kriseln bin. Auf meinen Hund ist Verlass

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